Surfer Studies

In Palavas-les-Flots bei Montpellier (F) gab es dank des Vulkanausbruchs auf La Palma das ideale Surfwetter mit riesig hohen und wilden Wellen - fotografisch eine Herausforderung, der ich mich gerne stellen wollte. Das Resultat? Mehrere hundert Fotos mit enorm viel Ausschuss, allerdings nicht immer meinetwegen, wie ihr gleich sehen werdet... und auch ein paar gut gelungene Bilder.


Was ich gelernt habe? Man sollte auf den Fotos immer das Surfbrett sehen, sonst sieht es schnell danach aus, als hätte man jemanden auf der Toilette beim grossen Geschäft abgelichtet:

Oder man sei in der Disco beim Dab (das heisse so, hat man mir gesagt..):

Geht auch gar nicht! Solche Fotos sind nicht wirklich die coolen Surferbilder, die ich mir vorgestellt hatte und werden den Athleten auch nicht gerecht - lustig sind sie aber alle Mal...


Was beim Surfen äusserst wichtig ist und natürlich nicht nur wegen allfälliger Paparazzis, die herumlungern; sondern um den Wellen zu trotzen und auf dem Brett stehen zu bleiben, ist die Haltung. Das ist eine grosse Kunst und braucht viel Muskelkraft in Bauch und Beinen, zudem viel Erfahrung. Neusurferin Noelia hat uns darüber aufgeklärt. Die Anfänger haben grosse, voluminöse Bretter, die erfahrenen Surfer kurven eher auf dünnen. Ausserdem muss man die Wellen lesen können, sie kommen immer in Serie. Die Athleten auf den Fotos sind bestimmt keine Anfänger mehr, auch wenn sie hier den sterbenden Schwan geben:

Wenn aber die Surfer Haltung bewahren (also eben nicht wie auf dem Bild links), der Fotograf im richtigen Augenblick klickt und Sonne, Wellen und Einstellungen passen, gibt das tolle Fotos.


Wenn man auf ein Bild klickt, öffnet sich die Grossansicht mit allen Details:

Welches ist dein Lieblingsbild? Es ist nicht ganz einfach, gell? Eigentlich wollte ich nur, drei vier gute Fotos im Kasten haben, es sind dann aber doch über zwanzig geworden.


Dies ist mein Favorit:

Aber es ist wirklich nicht ganz einfach, einen Favoriten zu küren...


Der junge Mann auf dem Favoritenbild ist der gleiche, der auf dem ersten Bild ganz oben anscheinend auf der Toilette sitzt. Was gute Haltung so alles ausmacht! Und dies betrifft nicht nur das Surfen, eine gute innere Haltung hilft, ein schönes Bild von einem selbst zu hinterlassen.


Meine Kameraeinstellungen waren wie folgt: 1/1600, f/4.5, ISO 100. Aufgenommen wurden die Bilder mit einer Canon EOS R und dem EF 70-200 mm f/2.8 Mark II, alles aus der Hand fotografiert (das Stativ wie üblich im Auto vergessen). Wer allerdings im Wassersport nicht geübt ist, sollte vielleicht den Shutter noch etwas hochdrehen (oder ein Stativ verwenden, was aber bei diesen Geschwindigkeiten auch seine Tücken hat). Für mich war das nach den vielen tausend Wasserballbilder jedoch eher ein Heimspiel. Versuch es doch auch einmal - mir hat das auf alle Fälle richtig Spass gemacht! Und die Umgebung war ein Traum, aber dazu in ein paar Tagen mehr.... ich sage nur: Flamingos!